MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus
Jahresrückblick 2025: Was „uns“ beschäftigt hat
Jahresrückblick 2025: Was „uns“ beschäftigt hat
Ein Jahr im Dauerfeuer: 2025 wurde Migration zur politischen Währung – und für viele zur täglichen Zumutung. Zwischen Wahlkampf, Grenzdebatten und EU-Härte, Polizeischüssen und Rassismus im Alltag, zerrissenen Familien und brüchigen Zusagen blieb vor allem ein Gefühl: Zugehörigkeit steht wieder zur Disposition.
Plädoyer
Realität in Zeiten der globalen Regression
Es ist ein Trugschluss, Geschichte werde nur von den Sesshaften geschrieben. Die Menschheitsgeschichte ist eine Chronik der Bewegung. Nicht das Verharren, sondern der Aufbruch haben unsere Zivilisation geformt. Von Mustafa Yeneroğlu
Weihnachten gegen die Kälte
Mut, neu zu träumen
Weihnachten zeigt kurz, dass ein anderes Leben möglich wäre. Doch während Krisen und autoritäre Reflexe wachsen, verliert die Gesellschaft die Vorstellungskraft für Veränderung. Utopisches Denken ist deshalb keine Träumerei – sondern nötig. Von Joachim Glaubitz
Rente & Migration
Altersarmut ist kein Zufall
Die Rente entscheidet über Würde und Armut im Alter – und für viele Migranten fällt dieses System besonders hart aus. Prekäre Arbeit, Diskriminierung und Ausschlüsse wirken ein Leben lang. Von Dr. Soraya Moket
Festung Europa
Wenn der Ausnahmezustand zur Norm wird
Die europäische Mitte spricht längst wie die Rechte. Abschottung wird Normalität, Menschenrechte verhandelbar. Für Migranten ist das keine abstrakte Debatte mehr, sondern eine Existenzfrage: Bleiben oder erneut gehen müssen? Von Kiflemariam Gebre Wold
OECD-Studie
Aufstieg im Arbeitsmarkt für Zugewanderte besonders schwer
Schnell in Arbeit – egal wie? Der OECD-Migrationsausblick 2025 widerspricht dieser politischen Parole. In Deutschland kann gerade der „schnelle“ Einstieg in schlecht bezahlte Jobs zum Klebeeffekt werden. Wer so startet, trägt ein wachsendes Armutsrisiko – bis ins Alter.
Studie
Rassismus gegen Schwarze ist Alltag in Deutschland
Rassistische Beleidigungen, Drohungen, Hass im Netz: Für viele Schwarze und Afrodeutsche ist das in Deutschland Alltag. Eine IDZ-Studie zeigt, dass Übergriffe oft auch aus Behörden, Polizei oder dem Job kommen – mit schwerwiegenden Folgen bis in die Gesundheit.
Regierung bricht Wort
Ehemaliger afghanischer Richter zieht vor Europäischen Gerichtshof
Bis Jahresende will die Bundesregierung einen großen Teil der Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage einreisen lassen, noch mehr als 500 Menschen. Ein Richter, der nicht darunter sein soll, zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Ihm droht die Abschiebung aus Pakistan nach Afghanistan – wo laut UN Menschen vor Hunger sterben. Von Corinna Buschow und Lena Köpsel
Trauben, Tiere und Glück
Silvesterbräuche weltweit
Der Jahreswechsel ist Anlass für viele kuriose Traditionen – andere Länder, andere Sitten. Wo man es in den letzten Sekunden des Jahres besonders krachen lässt – und bei wem die Uhren anders ticken.
Zitat der Woche
„Wer Respekt vor der Drecksarbeit hat, Bomben auf Zivilisten abzuwerfen, ist selbst ein Dreckskerl.“
70 Jahre Anwerbeabkommen
650.000 Menschen italienischer Herkunft leben in Deutschland
Vor 70 Jahren wurde das Anwerbeabkommen mit Italien unterzeichnet. Heute leben weit mehr als eine halbe Million Menschen mit italienischen Wurzeln in Deutschland. Aber: Jeder Dritte ist erst in den vergangenen zehn Jahren eingewandert.
Asylklage in Bayern
Wer klagt muss Geduld haben
Viele Asylbewerber warten mehr als ein halbes Jahr, bis entschieden ist, ob sie in Deutschland bleiben dürfen. Wer gegen diese Entscheidung klagt, muss noch mehr Geduld haben. Eine Umstrukturierung verspricht Beschleunigung – steht aber auch in der Kritik.
„Am arischen Strand“
Nazi-Musik auf dem Weihnachtsmarkt
Rechtsrock statt Jingle Bells – über die offizielle Anlage des Sternenmarkts. Auf einem niedersächsischen Weihnachtsmarkt soll Neonazi-Musik gelaufen sein. Der Staatsschutz ermittelt.
Mehr als 50 Fälle
Rechtsterror in Deutschland längst kein Einzelfall mehr
Acht Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe sollen sich vor dem Oberlandesgericht Dresden verantworten. Sie wollten gewaltsam an die Macht – und eine ethnische Säuberung durchführen. Rechtsterror ist kein Einzelfall in Deutschland: Seit 2011 gab es mehr als 50 Verdachts- oder gesicherte Fälle.
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Druck auf Ausländerbehörden
„Man merkt immer mehr, es soll abgeschoben werden.“
Mehr und mehr ausreisepflichtige Menschen landen in Abschiebehaft. Sie sind teilweise bis zu einem Jahr untergebracht, sagen Kritiker. Nur ein kleiner Teil seien Straftäter. Die Haftanstalten suchen händeringend Bedienstete. Von Uwe Pollmann
Handreichung
Patientenverfügung für Muslime – gegen die Angst vor Diskriminierung
Wie kann ich würdig sterben? Diese Frage beschäftigt auch Muslime und ihre Angehörigen in Deutschland. Eine neue Handreichung vermittelt, wie man eine entsprechende Patientenverfügung erstellt.
Okay für Ruanda-Modell
EU-Parlament gibt grünes Licht für Auslagerung von Asylverfahren
Das EU-Parlament hat einer Asylrechtsverschärfung zugestimmt. Sie soll die Verlagerung von Asylverfahren in Drittstaaten ermöglichen – ein Ansatz, der als Ruanda-Modell bekannt ist. Abgeordnete der AfD stimmten mit. Von Marlene Brey
Streit artet aus
Aus für die Berliner Kommission gegen Rassismus?
Rassismus-Vorwürfe, Rücktritte: In der Enquete-Kommission des Abgeordnetenhauses kracht es gewaltig. Scharfe Kritik gibt es in Richtung der CDU. Parteimitglieder hätten sich rassistisch geäußert, wiederholt Experten verunglimpft und beratungsresistent gezeigt. Wie geht es weiter?
Sachsen-Anhalt-Monitor
Ausländerfeindliche Einstellungen weit verbreitet
Mehr als die Hälfte der Menschen in Sachsen-Anhalt gelten als „fragile Demokraten“ – offen für autoritäre Lösungen und anfällig für ausländerfeindliche Einstellungen. Neue Daten zeigen, wie tief Vorurteile sitzen und warum das Land in einem Teufelskreis steckt.
Studie
Migranten offener für religiöse und ethnische Vielfalt
Die Studie zeigt: Menschen mit Migrationserfahrung bewerten Vielfalt offener als andere. Doch sie erleben zugleich am häufigsten Diskriminierung und gesellschaftlichen Gegenwind.
„Es ist ein Schlachthaus“
Darfur: Die größte humanitäre Krise der Welt – und kaum einer schaut hin
Wie lässt sich eine Krise erfassen, zu der es keinen Zugang gibt? Wissenschaftler und Helfer versuchen zu erfahren, was an den Hotspots im Sudan-Krieg passiert. Sie sehen Hunger, Gewalt und Massaker. Von Eva Krafczyk
Rechtsrutsch in Chile
Sohn eines NSDAP-Mitglieds zum neuen Präsidenten gewählt
Chiles neuer Präsident José Antonio Kast ist Sohn eines NSDAP-Mitglieds. Der Rechtsextremist gab sich im Wahlkampf zuletzt gemäßigt – Abschiebungen und innere Sicherheit waren weiter seine Top-Themen. Von Malte Seiwerth
Große Lücke
Deutschland vernachlässigt Rassismusforschung
Ein neuer Bericht zeigt: Trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz ist Rassismusforschung in Deutschland kaum institutionalisiert. Brüchige Förderung und große Forschungslücken prägen das Bild. Taucht das Thema auf, dann oft nur als Randaspekt – nur drei von 52.000 Professuren entfallen explizit in den Bereich Rassismusforschung.
Studie
Sozialer Abstieg begünstigt Hinwendung zu Rechtspopulisten
Daten aus fast zwei Jahrzehnten zeigt: Wer beruflich absteigt, wählt signifikant öfter Rechtspopulisten. Forschern zufolge spielt „Fremdenfeindlichkeit“ aber nur eine untergeordnete Rolle.
Zu lascher Umgang
Berliner Fußball-Verband in der Kritik wegen rechten Codes
Im Berliner Fußball sorgt die Debatte um die Rückennummer 88 und dem Hitler-Bezug für Kontroversen. Warum das Verbot erneut scheiterte und wie der Fußball insgesamt mit rechtsextremen Codes umgeht. Von David Langenbein und Jana Glose
Bei den Langhalsfrauen
Kultur, Kommerz oder Rassismus?
Die Langhalsfrauen der Kayan Lahwi leben in Thailand als Minderheit. Die Ringe um ihren Hals faszinieren und locken Besucher aus aller Welt. Ist das gelebte Tradition oder kommerzialisierter Rassismus? Von Carola Frentzen
MiGNETIQUETTE
Wir legen großen Wert darauf, Diskussionen und Austausch zu fördern. Hierbei legen wir großen Wert auf die Einhaltung unserer Netiquette. Unser Grundsatz lautet: So wie wir in der realen Welt mit den Menschen um uns umgehen, so sollten wir uns auch im Internet verhalten: höflich und respektvoll. Den vollständigen Wortlaut unserer Netiquette findest du hier.
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